Besucherbergwerk Alaunwerk Mühlwand
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Alaun-Werk

   Das Mühlwander Alaun-Werk


Das eigentliche Alaunwerk Mühlwand bestand von
1691 bis 1827. Heute ist fast nur noch das Bergwerk erhalten, aber zum Alaunwerk zählten einst auch andere Einrichtungen: ein Brennplatz mit Röstbühnen, ein recht umfangreicher Laugplatz, das Siedehaus mit dem Kristallisierkästen (die 'Hütte') und nicht zuletzt ein Huthaus für Pausen, Buchführung und zum Einstellen der Gerätschaft.
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Zunächst wurde der schwarze Alaunschiefer im Tagebau sowie unter Tage in Weitungen gebrochen. Dazu benutzte man gelegentlich auch Schießpulver, doch waren Hammer, Schlägel und Muskelkraft die wichtigsten Arbeitsmittel. Der gebrochene Schiefer musste schließlich bis auf wenige Zentimeter Größe zerkleinert werden.
Erzabbau in Weitungen (Eduart Heuchler, 1840)
Diese Abbaumethode wurde auch in Mühlwand untertägig praktiziert. Gelegentlich wurde aber auch geschossen: Beschreibung

  
Aufbau einer Röstbühne Zusammen mit Holz errichtete man meilerartige Gebilde, die sogenannten Röstbühnen und zündete diese an. Durch den hohen Kohlenstoffgehalt brannten, besser glühten diese Röstbühnen mitunter wochenlang.

Danach benetzte man den nunmehr rot und grau gebrannten Schiefer mit Wasser und überließ ihn eine Zeit lang der Verwitterung, wobei weitere chemische Umwandlungen stattfanden. In großen hölzernen Bottichen schließlich löste man mit Wasser die entstandenen Alaunbestandteile heraus. Die nebenstehende Montage aus zwei Holzschnitten vermittelt einen Eindruck vom Aussehen des Mühlwander Laugplatzes.

Die Sole oder 'Lauge' floß ca. 100 Mater durch eine ebenfalls hölzerne Leitung zu dem am Göltzschufer gelegenen Siedehaus, genannt Hütte. Der gebrannte und ausgelaugte Schiefer bildete im Laufe der Zeit große, rote Halden im Bergwerksgelände.
Laugplatz eines Alaunwerkes
Laugplatz eines Salzwerkes (Montage nach Agricola)

 
Schema des Mühlwander Alaunwerkes
 
Inneres einer Siedehütte In der Hütte wurde die eingeleitete Salzlösung in beheizten bleiernen Pfannen aufkonzentriert, jedoch nicht völlig eingedampft. Die heiße, konzentrierte Salzlösung gab man schließlich in Kristallisierkästen. Beim Abkühlen kristallisierte der Alaun an eingehängten Fäden oder Stäben sauber aus. Nach zwei, drei Tagen schlug man den Alaun ab, trocknete ihn und verpackte ihn in Fässchen.
 
So wie hier im Bild aus Acricolas Buch 'de re metallica' könnte es auch in der ersten Mühlwander Alaunhütte von 1691 ausgesehen haben. Rechts ist eine Siedepfanne zu sehen und links am Boden die mit Steinen beschwerten Schnüre, welche an Stäbe angebunden in die hinten erkennbare Kristallisationswanne eingehängt wurden.


 
Alaunwerk Mühlwand 1837 Um 1800 erneuerte man die Siedehütte grundlegend. Die wichtigste Neuerung war dabei ein Etagen-Siedeofen mit zwei großen Siedebecken und einem Vorwärmbecken. Sowohl die Siedeöfen als auch die Röstbühnen hatten einen riesigen Bedarf an Brennholz. Hier kam den Mühlwander Werk seine Lage an Fluss zugute, denn die Göltzsch diente seinerzeit auch der Holzflößerei. Die Alaunwerker durften 300 Klafter Brennholz jährlich unentgeltlich entnehmen - direkt vor der Haustür.
Im Bild: Das Alaunwerk etwa 1837 - nach seiner Stillegung zehn Jahre zuvor. Von 1853 bis 2004 stand an dieser Stelle das Gasthaus "Zum Alaunwerk". Rechts vorn das Huthaus (und hier ebenfalls Gasthaus). Direkt dahinter die ehemalige Siedehütte mit dem ausladenden Schleppdach, aus dem einst die zwei Schornsteine der Siedeöfen ragten. Links: hoch aufgetürmt eine Halde gebrannten Schiefers, heute längst verschwunden. Interessant: vor der Egersch'en Brücke wird offenbar Chausseegeld kassiert.