Bergwerksgelände Alaunwerk Mühlwand
 Verwertung der Halden


Während des Betriebes türmten sich auf dem Gelände des Alaunwerkes hohe Halden aus gebrannten und ausgelaugten Schieferstücken an. Nicht zuletzt, weil sie noch alaunhöffiges Gestein meterhoch überdeckten, ging man zu Beginn des 19. Jahrhunderts zum vollständigen Untertage-Abbau über. Doch auch die Halden erfuhren noch eine wirtschaftliche Verwertung, wovon einige noch vorhandene Ziegelsteinfundamente im Bergwerksgelände zeugen.

Fundamante im Alaunwerk Mühlwand

Schon unmittelbar nach Stilllegung des Bergwerkes fand das Haldenmaterial als Splitt für Wege und Eisenbahnbau Verwendung, in den Jahren 1846 bis 1851 sogar gemahlen als Zuschlagstoff zum Mörtel beim Bau der Göltzschtalbrücke. Die heutigen Eigenheime vor dem Gelände gehen auf Bauleiterunterkünfte aus dieser Zeit zurück. Die Fundamente sind jedoch späteren Ursprungs. Besonders nachhaltig erfolgte der Abbau des Haldenmaterials ab 1914, indem es mittels einer Gesteinsmühle zerkleinert wurde.

Lokomobile

Die noch erhaltenen Fundamente trugen die damalige Antriebsmaschine, eine stationäre Lokomobile. Dabei handelt es sich um eine Art kompakte Dampfmaschine mit Kessel als damals übliche universelle Kraftmaschine für zeitweiligen Vor-Ort-Einsatz. Solche Lokomobile (auf Rädern) waren um 1900 auch in der Landwirtschaft verbreitet. Mit dem allgemeinen wirtschaftlichen Niedergang am Ende des Weltkrieges kam auch dieser Betrieb zum erliegen.

Große rote Halden prägten danach immer noch das Bild des Alaunwerkes. Selbst ein Zeitungsartikel von 1933 erwähnt "noch sichtbar...gewaltige Halden des rötlich gebrannten Alaunschiefers". Heute sind die letzten verbliebenen Halden (Punkt 15) überwachsen und gehen in der Landschaft auf, doch stehen sie - wie das gesamte Ensemble des ehemaliges Alaunwerkes - unter Denkmalschutz.


Home Fenster schließen