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Gelände Alaunwerk Mühlwand im mittleren Göltzschtal / Vogtland
 Der ehemalige Laugplatz


Alaunwerk Mühlwand - Ausschnitt: Karte von 1818
Ausschnitt: Karte von 1818

Dre heutige Festplatz war einst der Standort des Laugenplatzes, in alten Inventarlisten "Auf dem Werk" bezeichnet.

Aus der Wasserschlucht wurde von einem Stauwerk durch Röhrenleitung Frischwasser herangeführt. In Laugenkästen löste man das Alaun mit Wasser aus dem gerösteten und der Verwitterung überlassenen Schiefer heraus und lagerte die Lauge, eigentlich eine Salzlösung, in runden Bottichen zwischen. Von einem großen Vorrats- und Maßbehälter aus leitete der Laugenmeister diese schließlich auf Anforderung dem Siedehaus zu, ebenfalls durch hölzerne Röhren. In einer kleinen Kaue (zeltartige Hütte) vor dem Vorratsbehälter führte man über die abgeleiteten Mengen Buch. Das ausgelaugte Gestein gelangte auf Halden die im Laufe der Zeit gewaltige Ausmasse erreichten.

Alaunwerk, historische Darstellung

Alaunwerk, historische Darstellung Die beiden Holzschnitte aus "de re metallica", Acricolas Bergbau-Standardwerk aus der Zeit der Renaissance, vermitteln einen Eindruck vom Aussehen des Laugenplatzes im Betriebszustand. Auch in Mühlwand befand sich als Arbeitshilfe ein Schöpfkran wie im linken Bild dargestellt. Direkt oberhalb des Laugplatzes, wo sich heute ein Fußweg befindet, führte damals die bedeutende Straße von Reichenbach nach Plauen mitten durch die Halden. Die Reisenden hatten von dort weiten Einblick in das Alaunwerk.


Der schwarze Schieferbruch, die großen, ziegelroten Halden, die qualmenden und glühenden Röstbühnen sowie der beißende Schwefelgeruch machten dabei beträchtlichen Eindruck. Ein Zeitzeuge, der Greizer Hofrat Struve, berichtete 1806:

"...Man wird hier sogleich linker Hand den großen, tief ausgehauenen Bruch gewahr, der wegen seiner dunkelschwarzen Farbe und den hohen von beiden Seiten des Weges aufgetürmten Halden der Werkstätte eines Vulkans gleicht. Der verbreitete Schwefeldampf und der dicke, von den angebrannten Alaunerzen aufsteigende Dampf vermehrt die Täuschung und kontrastiert sonderbar mit dem Tannenwalde, der ihn rings umgibt."


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