Die Pinge des Hauptschachtes |
Ungefähr in der Mitte des Geländes findet sich die sogenannte Pinge des Hauptschachtes. Pinge ist der bergbauliche Begriff für eine kesselförmige Vertiefung in der Erdoberfläche infolge Verbruchs alter Grubenbaue; auch als Binge oder Tagebruch bezeichnet (wo die Grube "zu Tage bricht"). Pingen sind oftmals letzte, noch nach Jahrhunderten sichtbare Zeichen vergangenen Bergbaus. Sie können von ehemaligen Schächten oder anderen Hohlräumen wie Stollen oder Weitungen stammen. Ein vertikal verlaufender Schacht tritt mit dem Lichtloch zu Tage, während ein (horizontaler) Stollen ein sogenanntes Mundloch aufweist.
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Im vorhandenen Kartenmaterial zu Mühlwand sind nur Schächte und für die Wasserführung wesentliche Stollen abgebildet, reine Abbaustrecken und Weitungen dagegen nicht. Das war damals durchaus übliche Praxis. Der Hauptschacht, hier mit Lichtloch bezeichnet (auch Schacht A), stellte den Mittelpunkt des Grubenbaues dar, vom ihm aus erstreckten sich die Stollen leicht ansteigend zu den Abbauorten und der sogenannte neue Stollen führte von hier aus das Grubenwasser Richtung Göltzsch ab. Noch heute fließt Quellwasser aus der Wasserschlucht in die Pinge hinein. Durch den Schacht A wurde auch das "Erz" zu Tage gefördert, "...weil solcher der Rösthalde am nächsten liegt", gemeint ist der Brennplatz. Vom Stolleneingang rechts oben auf der Karte, dem heutigen Bergwerkseingang, hätte es schräg einen steilen Hang hinaufbefördert werden müssen. Die gestrichelte Linie vom Lichtloch abwärts stellt den neuen Entwässerungsstollen dar. Streng genommen ist die Pinge des Hauptschachtes keine echte, sondern geht auf die Nachgrabungen in den fünfziger Jahren zurück. Mit aus heutiger Sicht ziemlich abenteuerlichen Mitteln arbeitete man sich in die Tiefe (Teufe) von etwa 16 Metern hinab. |
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Das früher übliche Längenmaß für Stollen und Schächte war das Lachter, dabei entspracht ein Lachter in Sachsen 1,918 bis 2,092 Meter. Dagegen sind alle obertägigen Anlagen, wie z.B. die Siedeanlage, in Ellen gemessen und auf den Karten angegeben. Auch solche Angaben sind nicht ganz eindeutig, eine Dresdener Elle betrug zu Anfang des 19. Jahrhunderts |