Besucherbergwerk Alaunwerk Mühlwand
Website des Vereins Tropfsteingrotte Alaunwerk Mühlwand/Reichenbach e.V.
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Alles über das Besucherbergwerk: Angebote, Öffnungszeiten und Preise. Sehenswürdigkeiten im Bergwerksgelände. Neuigkeiten.
Ein kurzer Überblick über die unterirdischen Sehenswürdigkeiten des Bergwerkes, seine Besonderheiten und Perspektive.
Wissenswertes rund um den Alaun, was er ist, seine Gewinnung, Verwendung; einst und heute.
Was sich hinter dem Begriff 'Alaunwerk Mühlwand' wirklich verbirgt.
Wissenswertes zur Entstehung der nordvogtländischen Heimat. Rund um Gesteinsarten, Geotope, Mineraien und Fossilien.
Die Mineralien in Mühlwand werden vorgestellt.
Die Geschichte des Mühlwander Alaunwerkes: Entstehung - Bergbau - Niedergang - Vergessen - Wiederentdeckung.
Der Förder- und Betreiberverein 'Tropfsteingrotte Alaunwerk Mühlwand/Reichenbach e.V': Aktivitäten und Projekte.
Das mittlere Göltzschtal läd mit vielen Anziehungspunkten zum Wandern und Entdecken ein.
Hinweise für Urlauber und Kurzbesucher zu weiteren Sehenswürdigkeiten: Gastronomie und Übernachtung: Anschriften, Telefonnummern und Öffnungszeiten.
Die Lage von Mühlwand und Verkehrsanbildung: per PKW, Zug, oder Fahrrad.
Aktuelle Seite:
Geologie

  Gesteine, Erdkräfte und Fossilien


Das Alaunwerk Mühlwand als Naturdenkmal
"Das Vogtland gehört nach der Vielfalt seiner Gesteine und seinem ... tektonischen Bau zu den interessantesten geologischen Einheiten Mitteleuropas". (Freyer, Geologie des Vogtlandes). Mit Recht. Hier finden wir zahlreiche Spuren bedeutender Vorgänge im Erdaltertum: von zu Fels erstarrtem ehemaligen Meeresboden und einem längst vergangenen zentraleuropäischen Faltengebirge. Seit 1880 wird jenes Gebirge 'Varisken' genannt und die Ära seines Werdens und Vergehens 'variskisch', abgeleitet nach einen einst im Vogtland ansässigen Germanenstamm mit Hauptsitz bei der Stadt Hof. Mehr dazu bei  Wikipedia.
Im Mühlwander Bergwerk und seiner Umgebung sind jene Spuren eindrucksvoll aufgeschlossen: In der gut erkennbaren Abfolge der Gesteinsschichten und in deren Falten, Brüchen und Verwerfungen

Einst Meeresboden -
jetzt Schwarzschiefer

Vor Mio
Jahren
Epoche
 
typisches      
Gestein      
 250 -
290
Perm Rotliegendes
-
363
Karbon Zwickauer
Steinkohle
 -
409
Devon Diabas
-
439
Silur Alaunschiefer
Kieselschiefer
-
500
Ordovizium Lederschiefer
(Ortho-)Quarzit
Griffelschiefer
Phycodenschiefer
-
570
Kambrium Phyllit
kristall. Schiefer
 Mini-Stratigrafie des Nordvogtlandes

Das Paläozoikum im Göltzschtal
Jede Gesteinsart ist typisch für die jeweilige Epoche seiner Entstehung. Die Gesteine des mittleren und unteren Göltzschtales entstammen dem Ordovizium und Silur. Das Vogtland war bis zum Karbon vom Meer bedeckt. Schicht für Schicht setzten sich am Grund Stoffe ab, die von fernen Kontinenten abgetragen wurden: Ton, Sand, Glimmer oder Kalk; einzeln oder vermischt. Aus diesen Stoffen - den Sedimenten - entstanden unter Druck über Jahrmillionen hinweg die schieferartigen Gesteine des Erdaltertums.


Im Karbon stieg dann von den Vogesen bis zu den Sudeten das variskische Gebirge empor. Von jenen Erdkräften zeugen heute die so beeindruckenden Gesteinsfaltungen. Bis zum Perm waren die Varisken wieder eingesunken bzw. von Wind und Wetter abgetragen - bis auf markante Überreste wie eben im Vogtland. Einige Aufschlüsse beschreibt die Seite 'Göltzschtal'.



Graptolithen: Monograptus
Mühlwander Schiefer mit Fossil



Graptolithen: Spirograptus
Leitfossilien des Silur: Graptolithen
Der silurische Alaunschiefer...
... trägt seinen Namen nicht, weil er viel Alaun enthält sondern weil man den Alaun daraus herstellte. Das Gestein ist ein wenig metamorpher Tonschiefer. Es enthält feinverteilt u.a. bituminösen Grafit bis 30% sowie Markasit und Pyrit bis 5%. Stellenweise ist der Schiefer mit Kieselsäure durchsetzt und dann sehr hart.
Die für den Bergbau limitierenden - also bestimmenden - Minerale waren Markasit und Pyrit, beides Eisendisulfit (Schwefelkies). Daraus entstand beim Brennen Schwefelsäure, zusammen mit Tonmineralen und Aschebestandteilen bildete sich schließlich der Alaun. Das Verfahren

Silurische Schiefer enthalten sehr oft Schwefel- und Phosphor-Verbindungen, Kohlenstoff und zahlreiche Schwer- und Spurenelemente. Seinerzeit herrschte in den warmen Meeren Sauerstoffmangel, also ein reduzierendes Millieau. Im Seewasser gelöste Elemente fällten aus setzten sich im Bodensediment ab. Außerdem verwesten tote, zu Boden gesunkene Organismen nur unvollständig und inkohlten zum großen Teil.

Leben gab es im Silur fast nur im Meer. Besonders eine Gruppe von Kolonien bildenden Organismen erreichte ihren Höhepunkt und starb danach aus: die Graptolithen. Seit dem Ordovizium bildeten sich immer neuartige Kolonieformen: becher-, fächer- und stimmgabelförmige, ein- und mehrfache, kurze und lange, gerade und gebogene. Ihre sägeblattartigen Wohnröhren bilden heute die Leit-Fossilien des Silurs, anhand derer man das Alter der Schichten recht genau bestimmen kann. Mehr über Graptolithen: Wikipedia.


Diabas - ein bemerkenswertes Nebengestein
Als Diabas oder Grünstein bezeichnet man umgangssprachlich einen alten grünlichen Dolerit. Das ist eine grobkörnige Basaltart, die sich einst aus Lava bildete. Der Diabas entstand im Devon, als zahlreiche untermeerische Vulkane das heutige Vogtland beherrschten. Die harten Vulkankegel widerstanden der Verwitterung besser als das sie umgebende Schiefergestein. Deshalb bilden sie heute ein markantes Merkmal der vogtländischen Landschaft: die meist bewaldeten Hügel: Hübel oder Pöhle genannt. Sie prägen die Landschaft bei Plauen und Pöhl (Name!), am Burgstein, bei Greiz-Schönfeld und auch Burg Schönfels thront auf einem uralten devonischen Vulkan.

In Mühlwand finden wir Diabas als verwitterten Lagergang vor und in Form von Linsen und Kissen (Pillows) im Alaunschiefer verteilt. Eigentlich ist er jünger, weil er aber aus aufsteigender Lava entstand, findet wir ihn auch in älteren, oberflächennahen Schichten intrudiert; oder das devonische Ergussgestein wurde bei der variskischen Faltung in den silurischen Ton eingepresst.
Diabas im Schiefer
Diabas (graugrün) in Form von Linsen und Pillows in einem Schiefer-Abbauort.
Der geologisch interessierte Besucher findet um Mühlwand weitere bemerkenswerte erdgeschichtliche Zeugnisse (Lage: siehe 'Göltzschtal').
  • Fossilienführende ordovizische Phycodenschiefer bei Buchwald.
  • Kleingeotop mit der Frauenbach-Schichtenfolge am Bahnkilometer 9,2
  • Die 'Liege Falte' aus Hauptquarzit als Zeugnis der variskischen Faltungsprozesse.
 
 
Buchwald
km 9,2
Liegende Falte