JavaScript lässt sich nicht ausführen.

Der Weg zum Besucherbergwerk »Alaunwerk Mühlwand«


Neue Chancen nach der Wende, doch auch Zweifel

Mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1990 ergaben sich auch neue Chancen für das fast vergessene Alaunwerk. Bei einem ersten Rundgang von Heimatfreunden mit dem BUND-Vorsitzenden Dr. Viebahn 1991 zeigte sich das Gelände völlig verwildert und verändert. Keine Wege, keine Freiflächen, nirgends Spuren der einstigen Bergwerkseingänge. Nichts deutete auf sehenswerte Besonderheiten hin. Nur wenige Zeitzeugen konnten ungefähre Hinweise geben. An eine Erschließung war überhaupt nicht zu denken.

Baggerarbeiten am vermuteten Bergwerkseingang
Erste Suche in Archiven

Doch die ab 1990 unerfreulich hohe Arbeitslosigkeit ermöglichte auch erste Maßnahmen zur Erkundung und Erschließung des Natur- und Kulturdenkmals. Die ABS GmbH (später GZA), eine aus den Renak-Werken ausgegründete Beschäftigungsgesellschaft, organisierte 1994 die ersten Projekte. Nach Recherchen in Archiven und Bibliotheken, nach Gesprächen mit Zeitzeugen und ersten Sondierungen im Gelände zeichnete sich bald das Bild eines umfangreichen Bergwerkes ab, was auszubauen eine lohnende Sache wäre.
Zweifel: Lohnt sich der Aufwand? Gibts hier wirklich was zu sehen?

Mit alten Karten und modernen Geräten auf der Suche.

Geländeausbau in den Neunzigern

Frauen und Männer in sogenannten Arbeitsbe- schaffungsmaßnahmen (ABM) mussten zunächst das Gelände rekultivieren: Müll beseitigen, Gestrüpp auslichten, Zufahrten und Fußwege anlegen. Bald verwandelte sich das ehemalige Alaunwerk zu einem parkähnlichen Gelände. Auf Rundwegen und mittels beschrifteten Tafeln konnten nun Besucher die obertägigen Besonderheiten kennen lernen.

Im Frühsommer 1995 ging man schließlich daran, die vermuteten Bergwerkszugänge zu suchen - keine leichte Sache angesichts der beengten Verhältnisse im Tagebruch. Mit zwei Tagen Abstand legte man zunächst den Stolleneingang frei und anschließend die große Tropfsteingrotte. Das zuständige Bergamt und eine Sicherheitsfirma gaben erste Gutachten ab: deren Ergebnis waren vielversprechend. Doch die Gesellschaft, unter deren Leitung die Arbeiten bisher standen, konnte keine längerfistige Perspektive für den untertägigen Ausbau sicherstellen. So kehrte für kurze Zeit noch einmal Stille ein ins Alaunwerk Mühlwand.
Um 1960: Der Bergwerkszugang wird mit einem Holzverbau geschützt.  Der alte Verbau kommt wider ans Tageslicht
Der Bergwerkszugang päsentierte sich 1995 so wie dreißig Jahre vorher angelegt. Der alte Holzverbau musste allerdings entfernt werden.
Der Bergwerkseingang wird erstmals freigelegt  Besichtigung der großen Tropfsteingrotte
Die nicht ungefährlichen Arbeiten brachten bald auch die große Grotte mit dem bis heute rätselhaften wassergefüllten Karree im Zentrum ans Licht - ein Stollenansatz, der in die Tiefe führt?

Neuer Anlauf 1998 mit Förderverein

Mit einem Förderverein >> war endlich der passende Träger für den weiteren Ausbau des Bergwerkes gefunden. Nun konnten die komplizierten unterirdischen Arbeiten beginnen: das Ausräumen des weitgehend verschlämmten Stollensystems. Mit Schaufeln, Eimern und Schubkarren legten die Helfer Gänge und Schächte frei, legten Stromleitungen, bauten Verzimmerungen ein und Trittstege. Einen bedauerlichen Rückschlag - bis heute - bildete der Verbruch des Zuganges zur großen Tropfsteingrotte. Aber vier Jahre später öffnete das Besucherbergwerk zum ersten Mal seine Stollentür.
Beräumung der Stollen
Frauen und Männer mit den unterschiedlichsten Berufen bewährten sich untertage.
Beräumung der Stollen
Die anderorts gelegentlich kritisierten AB-Maßnahmen sind in Mühlwand stets auf große öffentliche Akzeptanz getroffen. Selten steht dem Förderaufwand ein so überzeugendes Ergebnis gegenüber, hört man oft.
Behörden, Öffentlichkeit und Nachbarschaft begrüßten und unterstützten das Projekt von Beginn an. Ihnen allen und vor allem den vielen fleißigen Helfern sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

2006 www.alauenwerk.de
Fenster schließen