JavaScript lässt sich nicht ausführen. original Dokumentkopf der Konzession

1691 erstmals urkundlich erwähnt


Die belegbare Geschichte des Mühlwander Alaunwerkes begann am 9. Juli des Jahres 1691, als dem Bergmeister Paul Döring eine "Concesion" für den Abbau von Alaun und Vitriol (Sulfat-Salze) erteilt wurde. Schon am 13. August desselben Jahres sollen drei Gruben in Betrieb gewesen sein.

Am Ufer der Göltzsch errichtete man ein erstes Siedehaus, welches bis 1799 stand. Dessen Bezeichnung 'die Hütt' hat sich bis heute im Volksmund als Begriff für die Umgebung erhalten. Neben der Siedeanlage beherbergte es als Huthaus auch die Bergwerks-Gerätschaften, Meß- und Verpackungseinrichtungen für Alaun, einen Schreibtisch und diente auch als Unterkunft für Bergleute.
Alaunwerk von Freienwalde
Vom Aussehen der ersten Hütte ist uns heute nichts weiter bekannst außer den groben Grundrissen. Sicher war es ein anspruchsloser Zweckbau, vielleicht ähnlich dem Freienwalder Alaunwerk, wie es uns das nebenstehende Schabkunstblatt aus dem 18. Jahrhundert zeigt.
Ab 1703 wurde in der Hütte auch Bier ausgeschenkt, zunächst nur an die Bergleute, immer mehr aber auch schon an Gäste und Besucher, lag doch das Werk verkehrsgünstig an der alten Heeres- und Reichsstraße von Leipzig und Chemnitz nach Süddeutschland. Zwischen 1725 bis 1729 ruhte der Abbau, fast ebenso im siebenjährigen Krieg von 1756 bis 1763.
Verschiedene private Eigentümer schlugen sich immer wieder mit naturgegebenen und bürokratischen Widrigkeiten herum, bis das Werk 1765 staatlich, sprich "kurfürstlich- bzw königlich sächsisch" und damit von Pächtern betrieben wurde.

Auch ein früherer Beginn des Alaunabbaus in Mühlwand ist nicht auszuschließen. So gehen andere bekannte Alaunwerke Deutschlands meist auf das 16. Jahrhundert zurück, wobei der Bergbau mit dem Dreißigjährigen Krieg zum Erliegen kam und erst Jahre oder Jahrzehnte danach wieder und erstmals urkundlich nachweisbar aufgenommen wurde (z.B. Saalfelder Feengrotten). Auch für das Mühlwander Werk liegt ein bisher noch nicht näher erforschter, sekundärer Hinweis dafür vor.


Fenster schließen