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120 Jahre Gasthaus "Alaunwerk" und Sandgewinnung


Der aus der ehemaligen Alaunwerk-Hütte hervorgegangene und 1853 abgebrannte Gasthof "Zu den drei Schwänen" war so gut besucht, dass sich dessen Besitzer zum sofortigen Neubau eines Gasthauses entschloss. An der Stelle der früheren Alaun-Siedehäuser entstand nun das noch heute stehende Gebäude, das Gasthaus "Alaunwerk". Im gegenüberliegenden Bergwerksgelände, welches der Gasthofbesitzer ein Jahr zuvor erworben hatte, wurde auf der großen Halde an der Straße ein Biergarten mit Tanzfläche und Musikpavillon eingerichtet. In der Nähe des "Schwarzen Lochs" befand sich sogar eine Kegelbahnanlage. Das ehemalige Alaunwerk entwickelte sich in kürzester Zeit zu einem beliebten und vielbesuchten Naherholungsort.
Zum Fahrpreis von 10 Pfennigen fuhr an Sonntagen zweimal ein Pferdeomnibus von Reichenbach nach Mühlwand. Besonders beliebt bei Gästen aus nah und fern waren an warmen Sommertagen Italienische Nächte im Freien, bei Laternenschein und Musik. Manche Romanze unserer Vorfahren mag hier ihren Ausgangspunkt gehabt haben. Sonntags fanden Konzerte der Morgnerschen Kapelle aus Treuen und anderen statt.
Gasthaus Alaunwerk Mühlwand
Das Alaunwerk und die Egersche Brücke um 1880, aus Richtung Bühnaumühle gesehen

Zugleich ging der Abbau der ausgebrannten Schieferhalden weiter. So wurde schon 1846 - 1851 beim Bau der Göltzschtalbrücke das Haldenmaterial zermahlen und als Zusatz zum Mörtel verwendet. Die heutigen Eigenheime direkt vor dem Alaunwerksgelände haben ihren Ursprung in Bauleiterunterkünften und -büros dieses großen Projektes. 1870-71 fiel die große "Konzert"-Halde dem Abbau zum Opfer. Daneben gewann man Ocker als Farbpigment. Auch später wurde laufend Haldenmaterial für Wege- und Eisenbahnbau abgebaut, 1916 sogar industriell, als mittels Dampfkraft das Gestein zu Sand vermahlen wurde. So verschwanden schließlich die großen, roten Halden und verbliebene Reste davon sind heute bewachsen und unkenntlich.
Gebäude des Gasthauses Alaunwerk in Mühlwand um 1995
Der ehemalige Gasthof 'Zum Alaunwerk' 1995 aus derselben Perspektive wie im Stich von 1837. Foto: Rolf Schwotzer, Lengenfeld

Die Gastwirtschaft war bis etwa 1970 in Betrieb, danach dienten die Räume als Aussenstelle eines Textilbetriebes. Für nähere Informationen zu diesem Zeitraum wären wir dankbar. Nachdem Ende 2004 das Dach des Tanzsaales einbrach, wurde das Gebäude 2005 abgerissen.
 

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