| Seit dem Ersten Weltkrieg, der darauffolgenden Krisenzeit bis in die "Autarkie"-Ära des dritten Reiches wurde über eine Wiederaufnahme des Bergbaus in Mühlwand nachgedacht. Die Ideen reichten von der Verwendung des schwarzen Schiefers als Pigment zur Farbherstellung über die Verwendung von Schiefermehl als Trennmittel für Eisengießereien bis hin zum Einsatz als Heizmaterial. Tatsächlich ähnelt ja der Schiefer teilweise stark der Steinkohle. Sogar die Verwendung zur Schwefelsäureherstellung - wie ehedem über die Zwischenstufe Alaun - wurde wieder erwogen. | |
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Mit viel Engagement und Freizeiteinsatz, aber wenig Technik, gelang es der Gruppe um Dietsch, einige Stollen zu erschließen und begehbar zu machen. Unterstützt wurden sie gelegentlich mit Maschinen von Firmen aus der Umgebung, auch der SDAG Wismut. Bis Mitte der sechziger Jahre entstand so bereits eine bescheidene Schauanlage, wenn auch das Bergwerk selbst noch nicht für öffentlichen Besucherverkehr zugelassen war. Dazu sollte es jedoch auch nicht kommen. Den staatlichen Führungsorganen war der mit materiellen Aufwendungen verbundene Ausbau von Mühlwand nicht genehm. Mit den Saalfelder Feengrotten verfügte die DDR schon über ein eingeführtes Alaunschieferbergwerk - so die zentralistische Denkweise. |
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Die Dietsch-Gruppe erhielt immer weniger Unterstützung, dafür umso mehr restriktive Auflagen. Seltsame Beschädigungen sicherheitsrelevanter Technik, z.B. zerschnittene Hydraulikschläuche, Stromleitungen usw. bildeten Vorwände für Untersagungen. Die letzten Dokumente Dietsch's zeugen von Enttäuschung und Resignation. Schließlich wurde mit der Begründung eines angedachten Talsperrenbaues, wobei Mühlwand überflutet würde, das Projekt völlig eingestellt. Die Natur eroberte sich das Gelände zurück - für weitere dreißig Jahre. |
![]() Der Bergwerkseingang wird verschlossen ... und nach dreißig Jahren wieder gefunden. |