JavaScript lässt sich nicht ausführen.

Alaunwerk Mühlwand im 20. Jahrhundert


Seit dem Ersten Weltkrieg, der darauffolgenden Krisenzeit bis in die "Autarkie"-Ära des dritten Reiches wurde über eine Wiederaufnahme des Bergbaus in Mühlwand nachgedacht. Die Ideen reichten von der Verwendung des schwarzen Schiefers als Pigment zur Farbherstellung über die Verwendung von Schiefermehl als Trennmittel für Eisengießereien bis hin zum Einsatz als Heizmaterial. Tatsächlich ähnelt ja der Schiefer teilweise stark der Steinkohle. Sogar die Verwendung zur Schwefelsäureherstellung - wie ehedem über die Zwischenstufe Alaun - wurde wieder erwogen. Kulturspiegel von 1955 zu Tropfsteinvorkommen in Mühlwand
Doch blieb es still in Mühlwand - von der florierenden Gaststätte jenseits der Straße abgesehen. Starke Niederschläge füllten im Juli 1954 den tiefliegenden Tagebau mit Wasser. Schließlich wurde dessen Druck so groß, dass es die verschlossenen Entwässerungs-Stollen durchschlug. Dabei wurden neben Stollenhölzern auch Tropfsteine ausgespült (Museum Burg Mylau). Unter Leitung des Kulturbundes und des Rotschauer Bürgers Paul Dietsch begann man mit der Öffnung und Erkundung des Bergwerkes.
Paul Dietsch mit jungen Helfern im Alaunwerk Mühlwand Mit viel Engagement und Freizeiteinsatz, aber wenig Technik, gelang es der Gruppe um Dietsch, einige Stollen zu erschließen und begehbar zu machen. Unterstützt wurden sie gelegentlich mit Maschinen von Firmen aus der Umgebung, auch der SDAG Wismut. Bis Mitte der sechziger Jahre entstand so bereits eine bescheidene Schauanlage, wenn auch das Bergwerk selbst noch nicht für öffentlichen Besucherverkehr zugelassen war.

Dazu sollte es jedoch auch nicht kommen. Den staatlichen Führungsorganen war der mit materiellen Aufwendungen verbundene Ausbau von Mühlwand nicht genehm. Mit den Saalfelder Feengrotten verfügte die DDR schon über ein eingeführtes Alaunschieferbergwerk - so die zentralistische Denkweise.
Arbeiten um etwa 1960 Die Dietsch-Gruppe erhielt immer weniger Unterstützung, dafür umso mehr restriktive Auflagen. Seltsame Beschädigungen sicherheitsrelevanter Technik, z.B. zerschnittene Hydraulikschläuche, Stromleitungen usw. bildeten Vorwände für Untersagungen.

Die letzten Dokumente Dietsch's zeugen von Enttäuschung und Resignation. Schließlich wurde mit der Begründung eines angedachten Talsperrenbaues, wobei Mühlwand überflutet würde, das Projekt völlig eingestellt. Die Natur eroberte sich das Gelände zurück - für weitere dreißig Jahre.

Verschluß des Bergwerkszuganges um 1965  Öffnen des Bergwerkszuganges 1995
Der Bergwerkseingang wird verschlossen ... und nach dreißig Jahren wieder gefunden.


Fenster schließen