Das Besucherbergwerk "Alaunwerk Mühlwand" |
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Unmittelbar in der ersten Kurve der nach Reichenbach aufsteigenden Straße zeigt sich rechter Hand eine Bergbaulore. Sie ist das augenfällige Erkennungsmerkmal des früheren Alaunwerksgeländes. Hier finden sie auch einige Parkplätze sowie eine große Erklärungstafel. Auf ausgebauten Wegen können sie das Gelände erkunden. Unmöglich, hier alles Sehenswerte und Wissenswerte aufzuzeigen. Dazu besuchen Sie besser die Homepage des Betreibervereins: |
Hier nur eine kurze Übersicht:
Von 1691 bis 1827 wurde in Mühlwand ein pyrit- und kohlenstoffhaltiger Schiefer abgebaut - Alaunschiefer. Er war Ausgangsstoff der Alaungewinnung, ein in früheren Jahrhunderten begehrtes Salz der Schwefelsäure. Man benötigte es zum Gerben, Färben, Bleichen und Konservieren, auch zu medizinischen Zwecken.
Die Alaungewinnung erfolgte in drei Bereichen des ehemaligen Alaunwerkes:
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Im Schieferbergwerk wurde im Tagebau sowie unter Tage Alaunschiefer abgebaut. Obwohl danach bezeichnet, enthält er im Rohzustand nur wenig Alaun, dafür jedoch ausreichend Pyrit und Markasit, beides besteht aus Eisendisulfit. Streng genommen ist also der Begriff "Alaunbergwerk" für Mühlwand unzutreffend, damit wird eigentlich die bergmännische Gewinnung des Minerals Alunit bezeichnet, was in Mühlwand jedoch nicht vorkommt. |
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Im Verarbeitungsgelände direkt neben dem Bergwerk befanden sich der Brenn- und Laugenplatz. Hier wurde der zerkleinerte Schiefer zusammen mit Holz in Röstbühnen verbrannt bzw. durchgeglüht und anschließend eine Zeit lang feucht der Verwitterung überlassen. Schließlich löste man das entstandene Alaun mit Wasser in Bottichen aus und leitete es durch Röhren der letzten Verarbeitungsstufe zu. |
![]() idealer Oktaeder |
Diese stellte das Siedehaus, die Alaunhütte, direkt neben der Göltzschbrücke dar. Es existierten zwei Hütten, eine alte bis 1799 und eine neue bis 1853. In ihnen befanden sich beheizte Siedepfannen, in denen die Salzlösung aufkonzentriert wurde. Die heiße Lösung gab man in Kristallisierkästen, in denen sich beim Abkühlen reine Alaunkristalle in Form von Oktaedern ausschieden. | |
Nach Einstellung der Alaunproduktion diente das Hüttengebäude als vielbesuchter Gasthof und das Werksgelände zur "Sommerfrische". Gleichzeitig lieferten die alten Halden Splitt und Sand für Mörtelmischungen, Wege- und Eisenbahnbau. 1853 wurde an Stelle der abgebrannten neuen Hütte das heute noch stehende Gasthofgebäude errichtet. Schon 1954 begannen erste Bemühungen, das Bergwerk als Besucherattraktion herzurichten, welche seit 1994 wieder mit großem Engagement aufgenommen und fortgeführt werden.