Besucherbergwerk Alaunwerk Mühlwand
Website des Vereins Tropfsteingrotte Alaunwerk Mühlwand/Reichenbach e.V.
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Alles über das Besucherbergwerk: Angebote, Öffnungszeiten und Preise. Sehenswürdigkeiten im Bergwerksgelände. Neuigkeiten.
Ein kurzer Überblick über die unterirdischen Sehenswürdigkeiten des Bergwerkes, seine Besonderheiten und Perspektive.
Wissenswertes rund um den Alaun, was er ist, seine Gewinnung, Verwendung; einst und heute.
Was sich hinter dem Begriff 'Alaunwerk Mühlwand' wirklich verbirgt.
Wissenswertes zur Entstehung der nordvogtländischen Heimat. Rund um Gesteinsarten, Geotope, Mineraien und Fossilien.
Die Mineralien in Mühlwand werden vorgestellt.
Die Geschichte des Mühlwander Alaunwerkes: Entstehung - Bergbau - Niedergang - Vergessen - Wiederentdeckung.
Der Förder- und Betreiberverein 'Tropfsteingrotte Alaunwerk Mühlwand/Reichenbach e.V': Aktivitäten und Projekte.
Das mittlere Göltzschtal läd mit vielen Anziehungspunkten zum Wandern und Entdecken ein.
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Mineralien

  Eine unterirdische Farbenpracht


Die Mühlwander Mineralien
Die Mineralien des Mühlwander Bergwerkes wurden bisher nur per Augenschein bestimmt und durch Vergleich mit Vorkommen aus ähnlichen Lagerstätten. Systematische Untersuchungen gab es noch nicht. Einige von früheren Autoren erwähnte Mineralien wurden auch inzwischen aus der Mineralienliste gestrichen. Deshalb hier nur ein vorläufiger Überblick über die augenfälligsten Vorkommen.


Die primären Mineralien
Das sind vor allem Quarz - als graue bis weiße Gangfüllung oder Äderung und klarkristallin in Hohlräumen - sowie Eisendisulfid. Letzteres kommt in beiden Modifikationen vor: als kubisches Pyrit und rhombisches Markasit. Der Schiefer enthält den Pyrit feinverteilt in Kristallen bis 1 mm Kantenlänge. Markasit fand sich einst in großen Kristallen, heute ist er am freiliegenden Fels ausgewittert. Das trifft auch auf die Apatit-Varietät Phosphorit zu: Nur nussgroße Hohlräume zeigen noch an, wo sich diese Mineralien-Knollen einst befanden.
Diadochit-Stalaktiten
Diadochit-Stalaktiten in der Tropfsteingrotte
(für Besucher noch unzugänglich)
Diadochit bei: Wikipedia


 Die sekundären Mineralien
Diese bildeten sich hauptsächlich aus den primären durch Oxydation mit Luft und Wasser. Aus Eisendisulfid und Phosphorit entstehen Säuren, die im Sickerwasser den Fels durchziehen und dabei zahlreiche Stoffe, vor allem Metalle, auslösen. Verdunstet das Wasser dann auf den Oberflächen, bleiben amorphe Substanzen verschiedener Zusammensetzung zurück. So bilden sich zum Teil farbenprächtige Minerale.
  farbige Überzüge in den Stollen
Überall finden wir farbige Überzüge auf eigentlich schwarzem Schiefer.
Auffällig ist vor allem der beige bis gelbliche Diadochit, ein Eisen-Sulfat-Phosphat-Gel, aus dem die Mühlwander Tropfsteine bestehen (Bild ganz oben). Als weißliche zähweiche Masse, als Bergbutter, bildet er auch flächige Sintergebilde.
    Fe2(OH)(SO4)(P2O5) * 5H2O
Untersuchungen in Saalfeld (Feengrotten) haben gezeigt, dass die Anteile der Hauptbestandteile schwanken können und Beimengungen für das Aussehen eine Rolle spielen. Das zähe, fast blutrote sogenannte Ortho-Diadochit erinnert an Kirschbaumharz, ist aber chemisch gesehen dasselbe Material. Eine aluminiumhaltige, olivgrün- bis leberbraune Varietät hieß früher Pissophan.
  farbige Weichminerale
Massiges Hervorquellen von sekundären Weichmineralien finden wir vor allem
an den Firsten.
Auch Alaun bildet sich auf natürliche Weise. Er ist aber wegen seiner Wasserlöslichkeit flüchtig. Wesentlich beständiger ist dagegen seine hydratisierte, basische Abwandlung, das Alunit. Weiße, salzige Krusten an Wänden und Firsten könnten aus Alunit bestehen. Doch auch Kalziumsulfat und -sulfatkarbonat sind möglich.
  Alunitausscheidung
Weiße Verkrustungen in einer Weitung - hydratisiertes Alaun, also Alaunstein?
Grüne bis blaue Bildungen lassen Verbindungen mit Kupfer- und Schwermetallen vermuten. Auch seltene Spurenelemente dürften eine Rolle spielen.
Besonders intensiv färbt ein weiteres sekundäres Mineralgemisch, was nicht allein dem Alaunschiefer entstammt, sondern meist ein Produkt der Verwitterung des hier und da eingesprengten Diabases ist: gelber Ocker. Ocker ist eine erdige Mischung aus Ton und Eisenoxid-Mineralen, insbesondere Limonit .
  Diabaskissen in Ocker
Ein im Fels eingeschlossenes, vom
Bergbau angeschnittenes Diabaskissen
ist von einem Hof aus Ocker umgeben.
Zeitweise war die Gewinnung des gelben Ockers - wie auch des schwarzen Schiefers - als Farbpigment ein Nebengewerbe der Besitzer, auch nach dem Ende des eigentlichen Alaunwerkes.
  Ocker
Ocker färbt intensiv die Verschalung
des Abstiegs zur tiefen Sohle.
Interessant ist ein blass- bis schwefelgelber, wisch- und wasserfester Überzug am Schiefer im Tagebruch, der an Leuchtmoos erinnert. Unterm Mikroskop zeigen sich wachsglänzende, tafelige Kristalle. Es könnte sich um eine kristalline Abart des Diadochits handeln, einst Destinezit genannt.
  Alaunschieferbruch
Besonders bei Nässe kontrastieren schwefelgelbe Überzüge beeindruckend
mit blauschwarzem Alaunschiefer.
Solche sekundären, meist amorphen Bildungen sind von der Mineralogie bisher kaum erforscht. Ein Grund dafür ist ihre Seltenheit - in dieser Hinsicht ist Mühlwand einmalig in Sachsen. Das unterstreicht die Bedeutung des hiesigen Bergwerkes für Mineralogie und Lehre.  
  Farbpalette
Fast die Farbpalette eines Malers!