Diese bildeten sich hauptsächlich aus den primären durch Oxydation mit Luft und Wasser. Aus Eisendisulfid und Phosphorit entstehen Säuren, die im Sickerwasser den Fels durchziehen und dabei zahlreiche Stoffe, vor allem Metalle, auslösen. Verdunstet das Wasser dann auf den Oberflächen, bleiben amorphe Substanzen verschiedener Zusammensetzung zurück. So bilden sich zum Teil farbenprächtige Minerale.
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Überall finden wir farbige Überzüge auf eigentlich schwarzem Schiefer. |
Auffällig ist vor allem der beige bis gelbliche Diadochit, ein Eisen-Sulfat-Phosphat-Gel, aus dem die Mühlwander Tropfsteine bestehen (Bild ganz oben). Als weißliche zähweiche Masse, als Bergbutter, bildet er auch flächige Sintergebilde.
Untersuchungen in Saalfeld (Feengrotten) haben gezeigt, dass die Anteile der Hauptbestandteile schwanken können und Beimengungen für das Aussehen eine Rolle spielen. Das zähe, fast blutrote sogenannte Ortho-Diadochit erinnert an Kirschbaumharz, ist aber chemisch gesehen dasselbe Material. Eine aluminiumhaltige, olivgrün- bis leberbraune Varietät hieß früher Pissophan.
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Massiges Hervorquellen von sekundären Weichmineralien finden wir vor allem
an den Firsten. |
Auch Alaun bildet sich auf natürliche Weise. Er ist aber wegen seiner Wasserlöslichkeit flüchtig. Wesentlich beständiger ist dagegen seine hydratisierte, basische Abwandlung, das Alunit. Weiße, salzige Krusten an Wänden und Firsten könnten aus Alunit bestehen. Doch auch Kalziumsulfat und -sulfatkarbonat sind möglich.
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Weiße Verkrustungen in einer Weitung - hydratisiertes Alaun, also Alaunstein? |
Grüne bis blaue Bildungen lassen Verbindungen mit Kupfer- und Schwermetallen vermuten. Auch seltene Spurenelemente dürften eine Rolle spielen.
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Besonders intensiv färbt ein weiteres sekundäres Mineralgemisch, was nicht allein dem Alaunschiefer entstammt, sondern meist ein Produkt der Verwitterung des hier und da eingesprengten Diabases ist: gelber Ocker. Ocker ist eine erdige Mischung aus Ton und Eisenoxid-Mineralen, insbesondere Limonit .
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Ein im Fels eingeschlossenes, vom
Bergbau angeschnittenes Diabaskissen ist von einem Hof aus Ocker umgeben. |
Zeitweise war die Gewinnung des gelben Ockers - wie auch des schwarzen Schiefers - als Farbpigment ein Nebengewerbe der Besitzer, auch nach dem Ende des eigentlichen Alaunwerkes.
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Ocker färbt intensiv die Verschalung des Abstiegs zur tiefen Sohle. |
Interessant ist ein blass- bis schwefelgelber, wisch- und wasserfester Überzug am Schiefer im Tagebruch, der an Leuchtmoos erinnert. Unterm Mikroskop zeigen sich wachsglänzende, tafelige Kristalle. Es könnte sich um eine kristalline Abart des Diadochits handeln, einst Destinezit genannt.
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Besonders bei Nässe kontrastieren schwefelgelbe Überzüge beeindruckend
mit blauschwarzem Alaunschiefer. |
Solche sekundären, meist amorphen Bildungen sind von der Mineralogie bisher kaum erforscht. Ein Grund dafür ist ihre Seltenheit - in dieser Hinsicht ist Mühlwand einmalig in Sachsen. Das unterstreicht die Bedeutung des hiesigen Bergwerkes für Mineralogie und Lehre.
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Fast die Farbpalette eines Malers! |
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