Raithalden |
Etwa 300 Meter unterhalb Gaststätte "Zum Grünen Tal" (flussabwärts) befindet sich in der Göltzsch eine Flussinsel. Vom Wanderweg aus erkennt man im Wäldchen am anderen Ufer viele aneinandergereite Hügel. Es handelt sich dabei um eines von zwei alten Raithaldenfeldern um Mühlwand. Während anderorts solche Halden im Zuge landwirtschaftlicher Flächennutzung oft eingeebnet wurden, blieben sie hier erhalten und erzählen uns heute von dem längst vergangenen Wirken der Goldwäscher. Das Metall ist in sehr kleinen Mengen in Form von Flittern oder Körnchen in den sandig-kiesigen Ablagerungen des Flusses enthalten. Derartige Lagerstätten bezeichnet man als 'Seifen`, bekannt sind neben Goldseifen vor allem die Zinnseifen des Erzgebirges. Gelegentlich werden die Begriffe 'Seifen' und 'Seifner' auch auf die Tätigkeit, den Ort der Wäsche bzw. die Ausübenden des Waschens selber übertragen.
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Goldwäschen gab es einstmals im Göltzschtal vom Mittelalter bis etwa 1750 viele (Seite Goldbergwerk). Das Gold in den Seifen entstammt verwitterten Gesteinen, wurde vom Wasser weggetragen und lagerte sich zusammen mit Sand in ruhigeren Gefilden im Flussbett ab. Ein Fluss ändert seinem Verlauf über längere Zeiträume. Wenn es die Bodenverhältnisse zulassen, windet er sich S-bogenförmig durch die Landschaft, wobei er sich ständig nach außen gräbt und innen angeschwemmten Schlamm, Sand und Geröll zurücklässt, aus dem sich wieder neuer Boden bildet. Auch unter diesen Böden befinden sich also Flussablagerungen, darunter die begehrten Goldflitter. |
Nachdem die Vorräte im Fluss selbst sicherlich schnell gewonnen waren, ging man daran, auch die ehemals angeschwemmten Böden durchzuarbeiten. Zunächst legte man einen Graben - den Seifengraben - durch diese hindurch, welchen man mit abgezweigten Flusswasser oder einem zufließenden Bach speiste. Die Fließgeschwindigkeit in diesem Graben regulierte man ganz gezielt durch Sperren. Seitlich des Grabens grub man nun den Boden ab und warf ihn in diesen hinein, dabei trug das fließende Wasser vorrangig leichtere Bestandteile davon, schwerere, darunter auch Gold, sanken schneller zu Boden. Mit sogenannten Seifengabeln arbeitete man das Material im Graben öfters gegen den Strom durch und so lagerte sich immer mehr Schlamm und Geröll im unteren Grabenteil ab, wo es schließlich herausgehoben und zu Halden aufgetürmt wurde - den heute noch sichtbaren Raithalden.
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![]() Abbau einer Seife |
War der Boden neben dem Graben durchgewaschen, versetzte man letzteren seitlich und begann von Neuem. Auf diese Weise arbeitete man sich über große Flächen hinweg und hinterließ dabei eine Reihe von Raithalden, welche uns heute vom Wirken der Goldwäscher im Göltzschtal Zeugnis ablegen.![]() |
Oben: Waschherd mit Tuchauflage Links: Schema einer Wäsche Treueschwur der Goldwäscher |
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So findet man an der Göltzsch bei Mühlwand noch Raithalden bis zu zwei Meter Höhe vor. Auch der Bachverlauf zum "Raithaldenwald" unterhalb der Gärtnerei deutet auf eine künstliche Umverlegung als Seifenbach hin (siehe Bild unten - von der dem Fluss/Wanderweg gegenüberliegenden Straße nach Rotschau aus fotografiert). |

| Fotos und Informationen zu diesem Beitrag wurden freundlicherweise von Sven Kreher, Buchwald, zur Verfügung gestellt. |
Mehr zum Thema auf unserer Homepage unter Goldbergwerk. |